Spendenübergaben

Mit einem Lächeln durch die Fastenzeit

Zu mehr Gelassenheit in der Corona- Krise hat der fränkische Komödiant Volker Heißmann aufgerufen. „Trotz aller Schwierigkeiten glaube ich, dass wir in unserer Gesellschaft Mann und Frau genug sind, das durchzustehen“, sagte Heißmann beim Bayreuther Fastenessen des Alexander-von-Humboldt-Kulturforums.

Bei der schon zur Tradition gewordenen und über Sponsoren finanzierten Veranstaltung gibt es eine einfache Fastenspeise. Im Gegenzug findet eine Spendensammlung für eine Organisation oder eine Einrichtung statt. Diesmal gab es einen Kartoffel- und Gemüseeintopf vom Arvena Kongress Hotel mit Brot von der Buchauer Holzofenbäckerei. Für das Albert-Schweitzer-Hospiz kamen am Ende 1700 Euro zusammen. Ins Leben gerufen hatte das Fastenessen der frühere Bayreuther Bundestagsabgeordnete und ehemalige Staatssekretär Hartmut Koschyk.

Untrennbar verbunden mit dem Fastenessen ist auch ein Impulsvortrag, der in diesem Jahr erstmals nicht von einem Politiker, sondern von dem TV-bekannten Komödianten, Schauspieler und Sänger Volker Heißmann kam. Er betreibt zusammen mit seinem Bühnenpartner Martin Rassau die Comödie Fürth. Als schrilles Witwenpärchen Waltraud und Mariechen sind die beiden seit vielen Jahren durch die Sendung „Fastnacht in Franken“ einem Millionenpublikum bekannt. Weniger bekannt ist dagegen, dass Volker Heißmann bekennender evangelischer Christ ist und sich seit Jahrzehnten unter anderem im Kirchenvorstand seiner Heimatgemeinde St. Paul engagiert.

Teilweise humoristisch, teilweise ernst und nachdenklich berichtete Heißmann von seinem Werdegang, ging aber auch auf die aktuelle Entwicklung durch die Corona-Krise ein. „Diese Fastenzeit wird eine der intensivsten unseres Lebens sein“, sagte er. Panik müsse aber niemand haben. Alles, was passiert, habe immer auch etwas Gutes. „Ich bin mir sicher, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen. Deshalb sei es auch weiterhin wichtig, sich mit einem Lächeln zu begegnen. Nicht nur, weil es das Wichtigste ist, was uns Jesus Christus geschenkt habe, auch, weil Lächeln das Immunsystem stärkt und uns hilft, Glückshormone auszuschütten.

Trotz der ernsten Situation hatte Heißmann auch immer wieder einen Kalauer auf Lager. Beispielsweise, als er davon berichtet, dass er beim Krippenspiel mit seinem Knabensopran die Maria spielen durfte. Bis zum Mariechen sei es da nicht mehr weit gewesen. Kritische Worte richtete er an den komödiantischen Nachwuchs: „Jeder, der heute drei Sätze geradeaus sagen kann, ist heute schon ein Comedian.“ Zu seiner Zeit habe es nur Didi Hallervorden, Otto, Emil Steinberger und „Klimbim“ gegeben. Letzteres hätten ihm aber seine Eltern verboten, „wegen Ingrid Steger“, wie er anmerkte.

Heißmann berichtete auch von seiner Ausbildung zum Hotelfachmann in Nürnberg und von seiner Begegnung mit dem einen oder anderen Prominenten. Umso größer der Star, umso normaler habe er sich verhalten, sagte er beispielsweise mit Blick auf Udo Jürgens. Auch die 20 Mark Trinkgeld von Harald Juhnke habe er nicht vergessen. Heute absolviere er rund 300 Auftritte pro Jahr und beschäftige in der Komödie Fürth zusammen mit Bühnenpartner Martin Rassau 90 Mitarbeiter.

Auch Organisator Hartmut Koschyk, Vorsitzender des Humboldt- Kulturforums, stellte das Lächeln in schwierigen Zeiten besonders heraus. Lächeln zeige auch ein Stück Gottvertrauen und Zuversicht, sagte Koschyk. Das Albert-Schweitzer-Hospiz erfahre bereits zum zweiten Mal Unterstützung durch das Fastenessen, da die Einrichtung einen unverzichtbaren Dienst für gelebte Menschlichkeit leiste.

Für den geistlichen Impuls beim Fastenessen sorgten der katholische Regionaldekan Josef Zerndl und der evangelische Pfarrer Günter Daum aus Weidenberg. Bekannte Gospelsongs und Eigenkompositionen gab es von der Gruppe Benoit Brothers & Friends mit Jean und Berlin Benoit, Ruth Hägel, Charles Johnson und Norbert Römer. Neben dem Arvena Kongress Hotel Bayreuth und der Buchauer Holzofenbäckerei machten das Reha Team Bayreuth, die beiden Brauereien Gebrüder Maisel Bayreuth und Kulmbacher sowie der Blumenladen am Ängerlein in Heinersreuth die Veranstaltung möglich.

Mit einem Lächeln durch die Fastenzeit

Freude über die 1700 Euro für das Albert-Schweitzer-Hospiz (von links): Zweiter Bürgermeister Tomas Ebersberger, Klaus Zielonka vom Hospiz, Kulturforumsvorsitzender Hartmut Koschyk, Volker Heißmann, Kulturforums- Geschäftsführerin Dagmar Bauer und Marc Junk vom Arvena Kongress Hotel.